Samstag, 8. September 2007

Baywatch lässt grüßen

Meinen ersten freien Tag hab ich heute genutzt um das Meer zu sehen:) Bin mit dem Fahrrad Richtung Venice Beach aufgebrochen und war nach 1,5 Stunden auch schon da. Auf der Karte sieht das immer alles viel näher aus... Das ganze lässt sich im Prinzip am Besten so beschreiben: Baywatch!! Nur ohne David Hasselhoff. Venice Beach is so ein Hippie Strandviertel mit Tattooläden, Straßenkünstlern und durchgeknallten Bodybuildern. Von da bin ich dann auf der Strandpromenade nördlich nach Santa Monica gefahren und hab mir das Weltberühmte Santa Monica Pier angeguckt. Da is doch tatsächlich ne Achterbahn drauf. Ich wollte dann auch gemütlich in 1,5 Stunden nach Hause fahren und schlau wie ich bin dachte ich mir ich nehm der Abwechslung wegen ne neue Route...Es sind dann 2,5 Stunden geworden...Mein männlicher Stolz hat mir in der ersten Phase verboten nach dem richtigen Weg zu fragen und eigentlich war es am Anfang ja auch ganz nett so durch Beverly Hills und Bel Air. Als ich dann jedoch wirklich fragen wollte hat sich sich die Neighbourhood irgendwie nach ausschließlich Latino und Schwarz verändert und ich war etwas nervös so als einziger Weißer auf nem Fahrrad. Meine coole Sonnenbrille hat irgendwie nicht dazu beigetragen um als integriert zu gelten. Deswegen hab ich mir dort auch dass nach dem Weg fragen gespart und dachte mir das Anhalten generell keine gute Idee is. Ich war jedenfalls heilfroh als ich dann doch irgendwann im Campus-Viertel angekommen bin. Aus Sicherheitsgründen werde ich in Zukunft Solo-Fahrten durch fragwürdige Stadtteile nochmal überdenken müssen... als Beweis dass ich wirklich da war: die ersten Bilder!!
Euer Mathias






Donnerstag, 6. September 2007

Die ersten Tage im Labor

Also erstmal eins vorweg: Es hat hier richtig abgekühlt...nur noch 28°C (oder 82 Grad Fahrenheit wie der Amerikaner sagt. Übrigens: Es wird hier sehr drauf bestanden die "echten" Einheiten zu verwenden. Also lbs, inches, miles, oz, gallons...das metrische System ist nämlich Teufelszeug. So hatte ich erstmal nen Schock als ich zum ersten Mal auf ner Waage stand: 180 Pfund!! Das waren nach meiner Rechnung 90kg...ich wollte schon die Airline verklagen, die mich durch das Flugzeugessen um 8 Kilo gemästet hatten. Dann hab ich aber doch noch rausgekriegt dass das amerikanische Pfund lediglich 453g hat:)). Meinen guten Vorsatz hier FDH zu betreiben kann ich beruhigt einhalten, da in Anbetracht der Kleinstabgabemengen in Supermärkten (z.B. 1,89 L Milch) und Portionen in den Restaurants ich im Endeffekt auf eine "normale" europäische Portion komme. Ich überlege mir die ganze Zeit was Amerikaner auf Europareise wohl über die winzigen Mengen in Restaurants und Supermärkten denken müssen... Weiteres Beispiel: Der "small" Kaffee ist hier nicht etwa so was wie ein Espresso, sondern entspricht eher einem guten Haferl (ca. 330ml). Thema Kaffee: Hier gibts echt ne nette Auswahl an Süßstoff. Mein Favorit ist ja die chlorierte Galactose...garantiert Bio-Unverfügbar aber dafür schmeckts wie echter Zucker. Studien über die Unbedenklichkeit hab ich noch nicht gelesen....Ihr seht schon man kann hier sehr viel erzählen, aber eigentlich wollte ich ja übers Labor reden: An alle Nicht-Chemiker: Ganz netter Job. An die Chemiker: Waaaaaahhnnnsinnn, was für eine unglaubliche Labortechnik!!!!! Hier gibts Glas-Lines die sich über eine ganze Wand ziehen-->an einem Stück, ohne Schliffverbindung. Ihr könnt euch sicher vorstellen was da für ein geiles Vakuum möglich ist. Desweiteren haben die ca. 8 Steel-Lines mit noch besserem Vakuum für HF und F2. Da kann man halt echt sauber arbeiten, weil man eigentlich nie irgendein Solvens oder Reagenz in die Hand nimmt. Einfach Druckflasche anstöpseln und ins Reaktionsgefäß rüberkondensieren. Die Aufreinigung geht auch Supersauber und schnell durch fraktionierte Kondensation. Tschüss ihr schnöden Kieselgelsäulen!!!! Die Leute im Labor sind supernett und hilfsbereit und man geht täglich inklusive Chef gemeinsam zum Lunch. Übrigens hab ich gestern Handshaking und Smalltalk mit G. Olah betrieben (Für die Nicht-Chemiker: Seines Zeichens Nobelpreisträger). Er hat gesagt: "We´re glad to have you here". Seid gestern bin ich auch Mitglied im supermodernen Campus-Fitness-Club. Wenn ich Fernsehen will geh ich einfach aufs Laufband--> Der Screen an den Cardio-Geräten hat lächerliche 102 Kanäle (für mich sind aber nur 100 verwertbar, denn 2 sind auf Spanisch). Zum Fotografieren bin ich leider noch nicht gekommen, aber Bilder werden folgen.... Bleibt dran Leute:)
Euer Mathias

Dienstag, 4. September 2007

angekommen!

jetzt bin ich also in Los Angeles. Ich bin also nach einem 15stündigen Flug endlich angekommen und hab die Dimensionen dieser Stadt erstmals beim Überfliegen mitbekommen: Der Jumbo hat ca. ne Viertelstunde gebraucht um am anderen Ende der Stadt und damit am Flughafen anzukommen. Unglaublich: 12 Millionen Menschen, aber praktisch keine Hochhäuser oder Wohnblöcke. Immer schön ein kleines Häuschen mit Garten. Beinahe hat mich der Flughafen-Zollbeamte nicht reingelassen da er von meinem Ohrring irritiert war ("Hippies bleiben draussen") aber das Formular DS-2019 wirkt Wunder:) Die Familie mit hyperaktivem kleinem Baby die meine Flugzeugnachbarn und damit erste Bezugspersonen waren hab ich mit gekonnter Ausnutzung der Multimedialen Gegebenheiten im Flugzeug ignoriert. Gut, das war natürlich ein bißchen blöd dass zweimal das TV-System ausgefallen ist und ich somit proudly sagen kann dass ich die erste Hälfte von "Fantastic4 2" gesehen hab und die zweite Hälfte von "Oceans 13" (Leider haben sich die filme inhaltlich nicht ergänzt) Bei "Shrek 3" bin ich eingeschlafen. Aber wer guckt schon Filme im Ganzen?
Den Prof. Christe (oder Karl, da er mir befohlen hat ihn zu dutzen) hab ich dann auch gleich am Flughafen getroffen und wir sind zu seinem Haus gefahren (45 min Fahrt). Gut dass das Auto und Haus klimatisiert war, denn ich bin gerade zur absoluten Hitzewelle angekommen. 42°C!!!
Also hab ich erstmal den Pool vom Karl getestet:) Übrigens: offizielle Amtssprache ist Schwäbisch...
Nach nem Abendessen (Nudeln mit Sahnesosse und Chicken) das liebevoll von seiner Frau Brigitte zubereitet wurde bin ich auch recht schnell ins Bett (weil 24h auf den Beinen) und hab erstmal 12h gepennt. Also der Karl und seine Frau sind soooo nett. Die haben mich auch erstmal mit allerlei Nützlichem eingedeckt (z.B. Klobürste oder Marmelade). Heute sind wir dann zu der Vermietagentur gefahren und haben uns die Zimmerschlüssel geben lassen und dann kam der erste Schock: Das Haus sah echt aus wie ein Schweinestall, aber die Mitbewohner haben uns dann erklärt dass da ne Party am laufen war und danach sind alle direkt auf irgendwelche Trips gefahren und deshalb haben sie erst heute aufgeräumt. Puhhh, ich dachte schon das wär immer so.... aber gestern hab ich mit meinen Mitbewohnern schon die nächste Party geplant:)
Mein Zimmer ist echt nett: Größer als in München, mit Schrankwand, 1,4m Bett, Schreibtisch und eigenem Klo (die Christesche Klobürste hab ich ja mitgebracht.)
Auf dem weg heute zu meinem Haus sind wir durch die Berge gefahren und auch am Meer entlang und ich muss sagen dass ich echt so wie im Film: Surfer und coole Leute, Riesige Autos und heulende Polizeisirenen. Ich glaub mich erwartet eine sehr coole Zeit.
In meinem Haus wohnen noch ein paar Jungs: Enrique und Martin (Mexicanische Roots), Ed aus LA, und Robert aus Rumänien. Ich glaub das wird ganz nett mit denen. Insgesamt kann ich feststellen dass die Leute generell sehr offen sind und man wird eigentlich immer von jedem angequatscht. Soll heißen: Ich kenn nach dem ersten Tag im Haus schon mehr Nachbarn als nach nem 3/4-Jahr in München. tbc....

Freitag, 17. August 2007

Apartment Hunting!

Hier ist die Story, wie ich an ein Zimmer in Uni-Nähe gekommen bin:
Also erstmal ein Tip an alle USA-Interessierten: www.craigslist.org. Diese Seite ist ein riesiger Kleinanzeigen-Fundus in HTML-Form, der jeweils regional aufgebaut ist. So wie die gute alte Tageszeitung bei uns. Craigslist ist also die erste Wahl beim Autokauf, Wohnungssuchen und alles andere.
Also nach meiner negativ beantworteten Anfrage bei meinem Prof. ob ich denn auf dem Campus wohnen dürfte (da gibts jede Menge Studentenwohnheime) musste ich mich selbst auf die Suche nach einer angemessenen Unterkunft in LA machen. In Sachen Wohnung ist LA schweineteuer. Die Standardrates beginnen für ein WG-Zimmer bei 500€ aufwärts (nach oben sind seltsamerweise wenig Grenzen gesetzt, so kann man für schlappe 2000$ monatlich ein Luxus 1Zimmer Appartment mit allem Pipapo wie Zimmermädchen, Jakuzzi usw. mieten. Aber ich kann mir durchaus vorstellen das das Klientel für diese Art von Wohnung in der Upper-class durchsetzten USC vorhanden ist).
Also begann ich ca. 2 Monate vorher craigslist.org nach Zimmern, idealerweise zur Zwischenmiete, zu duchforsten. Und ich musste erstmal feststellen, dass die Gepflogenheiten eher so waren sein Zimmer eher kurzfristig zu vermieten (In der Art: "Fliege nächste Woche nach Europa für ein paar Monate und habe mein Zimmer für diese Zeit an verantwortungsvollen, zahlungsfähigen Studenten zu vermieten). Machte also wenig Sinn so früh mit der Wohnungssuche zu beginnen. Aber ich nutzte die Zeit um den Wohnungsmarkt in LA genauestens zu beobachten um dann im entscheidenden Moment effektiv zuschlagen zu können:)
So hab ich meine ersten Deals Anfang August an Land gezogen. Naiv und aufgeschlossen wie ich war suchte ich mir ein Zimmer im Apartment vom homosexuellen Eduardo aus. Der mich auch prompt anrief, sehr nett war und sich schon auf mich freute (weil er gerne mit mir ins Kino und ausgehen wollte) Als er mich zum dritten Mal anrief (nur so zum quatschen) kam mir die Sache langsam spanisch vor. Und als dann mein Prof meinte dass die Wohnung mit 6km viel zu weit von der Uni weg is (man kann in LA anscheinend nicht einfach so 6km Gefahrlos überwinden) hab ich Eduardo abgesagt. Ich hoffe ich hab sein Herz nicht gebrochen...
Okay also weitergesucht: Das Zimmer dass nur etwa 2 km von der Uni entfernt war, hat sich mein Prof extra angeschaut und festgestellt, dass die Gegend zwischen Campus und Wohnung sehr fragwürdig wäre. Na gut, wenn er meint... Ich hab LA mittlerweile als Hochsicherheitsdistrikt im Kopf: Man darf nur mit persönlicher Leibgarde die 100 m von Wohnung zum Labor gehen. Meine Vorstellungen die Stadt an den Wochenenden mit dem Fahrrad zu erkunden, schwinden langsam dahin...es ist wohl besser Entfernungen im Auto mit geschlossenem Fenster zu überwinden, weil man ja nicht weiß durch welche fragwürdigen Viertel man kommt. Schade, schade.
Jedenfalls hat sich schließlich der Prof um ein Zimmer direkt am Campus gekümmert. Dafür hat er die Vermiet-Agentur ein bißchen bezirzt, weil diese normalerweise nur Jahresweise vermieten und die Zimmer sowieso schwer zu bekommen sind, da nächste Woche das neue Semester beginnt und anscheinend gerade die Hölle auf dem Wohnungsmarkt los ist (Ihr erinnert euch: Wohnungssuche wird bei den Amerikanern eine Woche vorher begonnen). Na ja jedenfalls ist jetzt alles gut, ich werde ein Zimmer in einer WG beziehen (für 765$) und bin schon ganz gespannt auf meine Mitbewohner:) Hier seht ihr die örtlichen Gegebenheiten:


Dienstag, 14. August 2007

Mittwoch, 8. August 2007

Die Vorbereitung Teil 2

Okay also am Ende wars doch nicht so kompliziert mit dem Visum wie es aussah. Aber es sah verdammt kompliziert aus: Erst brauchst Du ne Unbedenklichkeitsbestätigung von der USC (Formular DS2019 Kosten: 250$--> hat wohl bisher mein Prof für mich bezahlt), dann musst du im Internet 100 $ zahlen (wofür?) und dann erst darfst Du um einen Termin telefonisch am amerikanischen Konsulat erbitten (1,82 € die Minute!!). Als ich den Termin hatte ging das Dokumente sammeln und Anträge ausfüllen los, immer und immer wieder. Mich hats ja schon ein bißchen gereizt bei der Frage ob ich vor hätte terroristische Anschläge in den USA zu verüben mit "Vielleicht" zu antworten, aber das hätte wohl genau an diesem Punkt zu einem Auslandspraktikum auf Island geführt. Also brav den sauberen Macker markiert, christlich und ohne Medikamentabhängigkeit. Die beiden Fragen ob ich Ahnung mit Umgang von Waffen habe und ob ich mich mit Chemikalien auskenne musste ich leider vita-bedingt mit "Ja" beantworten. Nach weiteren 100$ Gebühr darf man persönlich im Konsulat vorsprechen und Feierlich seinen Fingerabdruck abgeben. Die Sicherheitsvorkehrungen sind sehr streng dort, so dass ich froh war nicht in Unterhose erscheint sein zu müssen. Ihr rechnet noch mit? Mit den Reisepasskosten von 60€ sind wir mittlerweile bei 440€ für Papierkrams!! Na ja, jedenfalls bin ich mittlerweile stolzer Besitzer eines J1-Visums für die USA, gültig bis 31.1.2008. Falls mich also nach dem Praktikum Burger King an der Kasse ausbeuten will, bin ich von Gesetzes wegen durchaus dazu berechtigt. So, schnell nen günstigen Flug gebucht und dann kanns auch schon auf Apartment-Hunting gehen...aber das is ein extra Kapitel wert, freut euch also auf den nächsten Post:) Euer Mathias

Dienstag, 31. Juli 2007

Die Vorbereitung Teil 1

Also ich hab ja jetzt noch ca. 5 Wochen bevor die Reise beginnt. Da möchte ich mal die Zeit nutzen um ein bißchen was zur Auslandsaufenthaltvorbereitung erzählen: Das is ne Sauarbeit! Nur dass ihrs gleich wisst. Aber von Anfang an:
Begonnen habe ich im November 2006 mit den ersten Gedanken wohins mich denn wohl verschlagen wird. Das große Land der unbegrenzten Freiheit hat mich schon immer gereizt. Mit den USA verband ich immer (wahrscheinlich kommerziell durch die Medien beinflusst) Sonne, Burger, Rockmusik..und Mädels in roten Badeanzügen:)
Weil sich in Kalifornien außerdem ein Verwandtschaftszweig breit gemacht hat, hab ich also immer den süßen Drang verspürt selbjeniges Land persönlich zu erforschen...
Alle anderen Nichtenglischsprachigen Länder fielen gleich mal von vornherein aus, weil meine unterdurchschnittliche Sprachbegabung es mir völlig unmöglich machen neben einigermaßen Textsicherem Hochdeutsch nebst diversen Dialekten, und eben Englisch, eine weitere Sprache zu erlernen. Und mal ehrlich, wieso auch? Ich gehe ja auch immer noch davon aus, dass sich früher oder später der Allgäuer Dialekt als Weltsprache durchsetzen wird...
Bleibt Großbritannien oder USA...moment mal schnell schauen wie das Wetter in London is....ähm das Votum geht eindeutig nach Kalifornien.
So war also der Entschluss gefällt. Mein Prof. hat mir dann freundlicherweise einen Kontakt nach LA in die dortige Universität USC (sprich: Juh-ess-Sie) hergestellt und ich hab dann noch zum Jahresende 2006 eine Zusage für einen Praktikumsplatz erhalten...natürlich ohne Bezahlung oder sonstige Zuschläge. Aber ich arbeite ja um die Menscheit voranzubringen und nicht um mich persönlich zu bereichern... wie´s weitergeht erfahrt ihr im nächsten Teil:)